Abudefduf

Abudefduf

Die Gattung Abudefduf umfasst eine Gruppe bekannter Rifffische, die häufig in tropischen und subtropischen Gewässern weltweit anzutreffen sind. Diese Fische sind bekannt für ihre auffälligen vertikalen Streifen, die oft an eine „Sergeant”-Uniform erinnern, daher auch ihr beliebter englischer Name „Sergeant Major Juffers”. Obwohl sie in der Natur in großen Schwärmen leben und sich von Plankton ernähren, können sie in Aquarien ziemlich territorial werden. Sie sind robust und relativ einfach zu halten, aber ihr Verhalten erfordert Aufmerksamkeit bei der Zusammenstellung eines Aquariums.

Name und Bedeutung

Die Gattung Abudefduf wurde erstmals 1775 vom schwedischen Naturforscher Peter Forsskål wissenschaftlich beschrieben. Er beschrieb ursprünglich die Art Abudefduf saxatilis unter dem Namen Chaetodon abudefduf, woraufhin die Gattung später festgelegt wurde.

Der Name „Abudefduf” leitet sich aus dem Arabischen ab. „Abu” bedeutet „Vater von” oder „Besitzer von”, und „defduf” ist ein lokaler arabischer Name für eine Fischart, der sich möglicherweise auf die flache Körperform oder die allgemeine Verbreitung dieser Fische bezieht. Der Name kann also mit „Vater der Seite” oder „Seitenfisch” übersetzt werden, was gut zu ihrem seitlich abgeflachten Körper passt.

Die Gattung Abudefduf gehört zur Familie der Pomacentridae, zu der auch die Rifffische und Anemonenfische gehören.

Merkmale

Fische der Gattung Abudefduf sind leicht an ihrem auffälligen Aussehen und ihrem aktiven Verhalten zu erkennen. Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Merkmale:

  • Körperform: Sie haben einen seitlich abgeflachten, ovalen Körper. Dadurch sind sie zwischen Felsen und Korallen sehr wendig.
  • Farbe und Muster: Die meisten Arten sind hell gefärbt (weiß, silber oder gelb) mit deutlichen vertikalen schwarzen oder dunkelblauen Streifen über den Körper. Die bekannteste Art, Abudefduf saxatilis (Sergeant Major), hat fünf schwarze Streifen und einen gelben Rücken.
  • Größe: Die meisten Abudefduf-Arten werden je nach Art zwischen 10 und 20 Zentimeter lang.
  • Flossen: Sie haben eine kräftige Rückenflosse mit Stacheln, die sie vor Raubtieren schützt.
  • Lebenserwartung: In freier Wildbahn können sie mehrere Jahre alt werden; in einem gut gepflegten Aquarium können sie manchmal sogar noch älter werden.

Diese Eigenschaften machen Abudefduf zu auffälligen und beliebten Fischen, sowohl in der Natur als auch im Aquarium.

Herkunft

Abudefduf-Arten kommen in tropischen und subtropischen Meeren auf der ganzen Welt vor. Sie sind vor allem zu finden in:

  • Atlantik: Entlang der Küsten Nord- und Südamerikas, der Karibik und Westafrikas.
  • Indischer Ozean: Um die Ostküste Afrikas, das Rote Meer, die Malediven und Indien.
  • Pazifischer Ozean: Von Ostafrika bis zu den Inseln im Pazifik, Südostasien, Australien und sogar bis nach Hawaii.

Sie leben meist in flachen Küstengewässern, in der Nähe von Korallenriffen, felsigen Küsten, Häfen und manchmal sogar in der Nähe von Schiffswracks. Man findet sie oft in der Brandung, wo das Wasser klar und sauerstoffreich ist. Jungfische bleiben oft in Küstennähe, während ausgewachsene Exemplare manchmal weiter ins Riff vordringen.

Verhalten

Abudefduf-Arten sind sowohl in freier Wildbahn als auch im Aquarium für ihr aktives und manchmal aggressives Verhalten bekannt. Nachfolgend sind die wichtigsten Verhaltensmerkmale aufgeführt:

  • Schwarmbildung: In der Natur leben sie oft in großen Schwärmen, insbesondere wenn sie jung sind. Dies bietet Schutz vor Raubtieren und erleichtert die Nahrungssuche.
  • Territorialität: Ausgewachsene Fische können, insbesondere während der Brutzeit, sehr territorial sein. Sie verteidigen ihr Nest oder ihren Lieblingsplatz vehement gegen Eindringlinge, auch gegen größere Fische.
  • Futtersuchverhalten: Sie sind Allesfresser (Omnivoren) und suchen aktiv nach Nahrung. Sie ernähren sich von Plankton, kleinen Krebstieren, Algen und manchmal sogar kleinen Fischen oder Eiern anderer Arten.
  • Schwimmverhalten: Abudefdufs sind schnelle Schwimmer und lieben Strömungen. Man sieht sie oft in den oberen Wasserschichten, wo sie aufmerksam und neugierig umherschwimmen.
  • Interaktion mit Menschen: In touristischen Gebieten sind sie manchmal so an Schnorchler und Taucher gewöhnt, dass sie sich ihnen nähern, insbesondere wenn sie gefüttert werden.

Im Aquarium können sie lebhaft und interessant zu beobachten sein, aber ihr territoriales Verhalten erfordert eine durchdachte Zusammenstellung der Fische.

Zuchtaquarium und Konditionierung

Die Zucht von Abudefduf-Arten in einem Aquarium ist möglich, erfordert jedoch eine sorgfältige Vorgehensweise. Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Punkte, die es zu beachten gilt:

Zucht in einem normalen Aquarium oder einem speziellen Zuchtaquarium?

  • Normales Aquarium: In einigen Fällen ist es möglich, Abudefduf in einem gut eingerichteten Gesellschaftsaquarium zu züchten, insbesondere wenn ausreichend Platz und Versteckmöglichkeiten vorhanden sind. Dennoch ist die Chance auf eine erfolgreiche Zucht in einem speziellen Zuchtaquarium größer.
  • Spezielles Zuchtaquarium: Für beste Ergebnisse wird oft ein separates Zuchtaquarium verwendet. Dies verhindert, dass andere Fische die Eier oder Larven fressen, und erleichtert die Kontrolle der Wasserqualität.

Spezifikationen des Zuchtaquariums

  • Größe: Für ein Paar oder eine kleine Zuchtgruppe wird ein Zuchtaquarium von mindestens 100 bis 150 Litern empfohlen.
  • Wasserqualität:
    • Temperatur: 24-27 °C
    • Salzgehalt: 1,023-1,025 SG
    • pH-Wert: 8,1-8,4
    • Ammoniak und Nitrit: 0 mg/l
    • Nitrat: so niedrig wie möglich, vorzugsweise unter 20 mg/l
  • Beleuchtung: Mäßiges bis helles Licht, vorzugsweise mit einem Tag-Nacht-Rhythmus. Dies ahmt die natürlichen Bedingungen nach und regt das Brutverhalten an.
  • Filter: Verwenden Sie einen Schwammfilter oder einen anderen weichen Filter, der keine Larven ansaugt. Eine gute Wasserzirkulation ist wichtig, aber vermeiden Sie zu starke Strömungen.

Konditionierung der Elterntiere

  • Futter: Um die Fische in Topform für die Zucht zu bringen, füttern Sie sie mit einer abwechslungsreichen Ernährung aus Tiefkühlfutter (wie Mysis, Artemia und Krill), Lebendfutter (wie Wasserflöhen oder Artemia-Nauplien) und hochwertigem Trockenfutter. Dies sorgt für eine ausreichende Versorgung mit Proteinen und Fetten, die für die Produktion von Eiern wichtig sind.
  • Trennung von Männchen und Weibchen: In den meisten Fällen werden Männchen und Weibchen nicht getrennt gehalten, da ihr Paarungsverhalten durch ihre Anwesenheit zueinander gerade gefördert wird. Manchmal kann es hilfreich sein, sie kurzzeitig zu trennen und dann wieder zusammenzusetzen, um das Brutverhalten anzuregen.
  • Zuchtgruppe: Wenn Sie mit einer Gruppe züchten, ist ein Verhältnis von einem Männchen zu zwei bis drei Weibchen ideal. Dies verhindert, dass ein Weibchen zu sehr bedrängt wird, und erhöht die Chance auf eine erfolgreiche Zucht.

Wenn Sie diese Schritte befolgen, erhöhen Sie die Chance auf eine erfolgreiche Zucht von Abudefduf-Arten im Aquarium.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung von Abudefduf-Arten verläuft auf interessante und erkennbare Weise, die im Aquarium gut zu beobachten ist.

  • Balz und Paarbildung: Das Männchen wählt einen geeigneten Platz auf einem harten Untergrund, wie z. B. einem Stein oder einem Stück Glas, und reinigt diesen gründlich. Anschließend versucht es, mit auffälligem Schwimmverhalten und leuchtenden Farben ein Weibchen anzulocken.
  • Eiablage: Das Weibchen legt seine Eier an dem vom Männchen ausgewählten Ort ab. Je nach Art und Zustand des Weibchens können dies Hunderte bis Tausende sein.
  • Befruchtung und Brutpflege: Unmittelbar nach der Ablage befruchtet das Männchen die Eier. Danach bewacht und pflegt es das Gelege. Es belüftet die Eier mit seinen Flossen, um sie mit Sauerstoff zu versorgen, und entfernt unbefruchtete oder verschimmelte Eier.
  • Schlüpfen der Larven: Je nach Temperatur schlüpfen die Eier nach 3 bis 7 Tagen. Die Larven sind sehr klein und planktonisch; sie schweben im Wasser und müssen mit sehr feinem Lebendfutter wie Rotiferen oder frisch geschlüpften Artemia-Nauplien gefüttert werden.
  • Aufzucht der Jungtiere: Die Aufzucht der Larven ist der schwierigste Teil. Sie reagieren empfindlich auf schlechte Wasserqualität und benötigen ständig kleines, lebendes Futter. Ein separates Aufzuchtbecken mit sanftem Filter und guten Wasserwerten erhöht die Überlebenschancen.

Mit Geduld und der richtigen Vorbereitung ist es möglich, Abudefduf-Arten erfolgreich im Aquarium zu züchten und aufzuziehen.

Verträglichkeit

Abudefduf-Arten sind auffällige und aktive Fische, aber ihre Verträglichkeit mit anderen Aquarienbewohnern erfordert Aufmerksamkeit:

  • Mit Artgenossen: Junge Abudefduf können gut in einer Gruppe gehalten werden. Mit zunehmendem Alter können sie territorial und manchmal aggressiv werden, insbesondere während der Brutzeit. In einem geräumigen Aquarium mit ausreichend Versteckmöglichkeiten verläuft die Haltung in der Regel problemlos.
  • Mit anderen Fischen: Sie können zusammen mit anderen robusten, nicht allzu scheuen Fischen wie Doktorfischen, Lippfischen, größeren Kardinalfischen und einigen Kaiserfischen gehalten werden. Vermeiden Sie die Haltung mit sehr ruhigen oder kleinen Fischen, da Abudefduf diese jagen oder einschüchtern können.
  • Mit Wirbellosen: Im Allgemeinen lassen sie Garnelen, Krabben und Schnecken in Ruhe. Sie sind „riffsicher” und fressen keine Korallen, können aber manchmal an Polypen oder kleinen Wirbellosen picken, wenn sie hungrig sind.
  • Während der Brutzeit: Während der Brutzeit werden die Männchen besonders aggressiv und verteidigen ihr Nest aktiv. Andere Fische können dann aus ihrem Revier vertrieben werden.

Tipp: Sorgen Sie immer für ausreichend Platz, Versteckmöglichkeiten und eine gute Aufteilung des Aquariums, um Stress und Aggressionen zu vermeiden.

Geeignete Aquarien

Abudefduf-Arten sind kräftige und aktive Fische, die sich in verschiedenen Arten von Meerwasseraquarien wohlfühlen können, sofern ihre Grundbedürfnisse erfüllt werden.

  • Riffaquarium (Reef Tank): Sie eignen sich für Riffaquarien, da sie keine Korallen fressen und in der Regel keine Schäden an Wirbellosen verursachen. Ihre leuchtenden Farben kommen zwischen den Korallen gut zur Geltung.
  • FOWLR-Aquarium (Fish Only With Live Rock): In einem Aquarium ohne Korallen, aber mit lebenden Steinen fühlen sie sich ebenfalls wohl. Hier können sie ihr natürliches Verhalten zeigen und haben oft mehr Schwimmraum.
  • Größe des Aquariums: Aufgrund ihres aktiven Schwimmverhaltens und ihrer manchmal territorialen Natur wird ein Aquarium von mindestens 200 Litern empfohlen, insbesondere wenn Sie mehrere Exemplare oder andere aktive Fische halten möchten.
  • Einrichtung: Sorgen Sie für ausreichend Schwimmraum und Versteckmöglichkeiten wie Felsen, Steine und Korallenstrukturen. Dies hilft, Territorialverhalten und Stress zu reduzieren.
  • Wasserwerte: Halten Sie die Wasserqualität stabil und innerhalb der richtigen Parameter für Meerwasseraquarien (siehe oben unter Pflegeanforderungen).

Bitte beachten Sie: In kleineren Aquarien können sie schneller aggressiv gegenüber Artgenossen oder anderen Fischen werden. Ein geräumiges Aquarium mit einer durchdachten Aufteilung ist daher wichtig für ihr Wohlbefinden.

Arten in der Datenbank

Nachfolgend finden Sie die Arten der Gattung Abudefduf, die wir in unsere Datenbank aufgenommen haben:

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