Grammatidae

Grammatidae

Die Familie der Grammatidae ist eine kleine Gruppe von Meeresfischen, die in der Aquaristik sehr beliebt ist. Diese Fische fallen sofort durch ihre wunderschönen, leuchtenden Farben und ihre bescheidene Größe auf; die größten Arten werden nämlich nur etwa 10 Zentimeter lang. In freier Wildbahn kommen sie vor allem in den tropischen Gewässern des westlichen Atlantiks vor. Aufgrund ihrer Größe und ihres Verhaltens eignen sich viele Arten dieser Familie, wie beispielsweise der bekannte Königsfisch, sehr gut für das Meerwasseraquarium.

Name und Bedeutung

Der wissenschaftliche Familienname Grammatidae leitet sich von der Typusgattung innerhalb dieser Gruppe ab: Gramma. Diese Gattung wurde erstmals 1868 vom bekannten kubanischen Naturforscher Felipe Poey offiziell beschrieben.

Der Name hat griechischen Ursprung. Das Wort Gramma bedeutet wörtlich „Linie” oder „Buchstabe” (etwas Geschriebenes). Dieser Name wurde nicht zufällig gewählt, sondern bezieht sich auf ein bestimmtes körperliches Merkmal: die Seitenlinie. Die Seitenlinie ist das Organ, mit dem Fische Vibrationen und Strömungen im Wasser wahrnehmen. Bei den Feenfischen verläuft diese Linie nicht wie bei vielen anderen Fischen in einem ununterbrochenen Streifen über den Körper, sondern ist unterbrochen oder in zwei Teile geteilt.

Diese Familie umfasst zwei Gattungen: Gramma und Lipogramma.

Merkmale

Feenbarsche sind sofort an ihrem wunderschönen Aussehen zu erkennen. Es handelt sich in der Regel um recht kleine Fische; die meisten Arten werden im Aquarium nicht größer als 10 Zentimeter. Sie haben einen langgestreckten Körper, der oft leuchtend gefärbt ist. Die Farbkombinationen sind manchmal spektakulär: Denken Sie an leuchtendes Violett, das in der Mitte des Körpers abrupt in leuchtendes Gelb übergeht, wie beim beliebten Gramma loreto.

Ein ganz besonderes Merkmal, an dem man diese Familie biologisch erkennen kann, ist die Seitenlinie. Wie der Name schon sagt, verläuft diese Linie nicht durchgehend. Die Seitenlinie ist zweigeteilt oder unterbrochen. Der vordere Teil verläuft hoch über dem Rücken und endet auf halber Höhe, während der hintere Teil tiefer am Schwanzstiel beginnt.

Außerdem haben diese Fische große Augen, was darauf hindeutet, dass sie gerne in etwas dunkleren Umgebungen (wie Höhlen oder tieferen Gewässern) leben. Sie haben eine lange Rückenflosse, deren vorderer Teil aus harten Stacheln und deren hinterer Teil aus weichen Strahlen besteht.

Herkunft

Die Fische aus der Familie der Grammatidae stammen ursprünglich aus den tropischen Gewässern des westlichen Atlantiks. Ihr Verbreitungsgebiet ist recht spezifisch: Man findet sie hauptsächlich in der Karibik, rund um die Bermuda-Inseln und südlich bis zum Nordbrasilianischen Plateau.

In der Natur sind sie echte Rifffbewohner. Sie leben bevorzugt an steilen Riffhängen in Tiefen von 5 bis zu 75 Metern. In dieser Umgebung suchen sie ständig nach Schutz. Sie halten sich gerne in Höhlen, Spalten und unter überhängenden Felsen des Korallenriffs auf. Da sie so stark an ihre Umgebung gebunden sind, sieht man sie selten im offenen Wasser schwimmen; sie bleiben immer in der Nähe ihrer sicheren Verstecke in den Felsen.

Verhalten

Was das Verhalten von Feenfischen so interessant macht, ist ihre einzigartige Art zu schwimmen. Diese Fische orientieren sich nämlich nicht immer an der Wasseroberfläche, sondern an der Oberfläche der Felsen, an denen sie entlangschwimmen. Das bedeutet, dass man sie regelmäßig kopfüber oder senkrecht an einer Felswand oder unter der „Decke” einer Höhle schwimmen sieht. Das tun sie, wenn sie sich vollkommen wohlfühlen.

In der Natur leben diese Fische oft in großen Gruppen zusammen, aber es handelt sich dabei nicht um echte Schwärme wie bei Heringen. Es gibt eine klare Hierarchie (Rangordnung), die auf Größe und Dominanz basiert. Sie leben in Harems, was bedeutet, dass ein Männchen mit mehreren Weibchen zusammenlebt.

Im Aquarium verhalten sie sich gegenüber anderen Fischarten im Allgemeinen friedlich, können aber gegenüber Artgenossen sehr aggressiv sein. Sie sind territorial, wenn es um ihren festen Unterschlupf geht. Wenn es zu wenige Verstecke gibt, verteidigen sie ihre Lieblingshöhle vehement. Gegenüber anderen Fischen sind sie meist etwas schüchtern und lassen sie in Ruhe, solange diese nicht versuchen, in ihre Höhle zu kriechen.

Feenbarsche sind tagsüber aktiv. Sobald es dämmert, ziehen sie sich in ihre Spalten und Höhlen im Riff zurück, um zu schlafen.