Vallisneria nana
Vallisneria nana wurde erstmals vom schottischen Botaniker Robert Brown wissenschaftlich beschrieben. Er tat dies am 27. März 1810 in seinem einflussreichen Werk “Prodromus Florae Novae Hollandiae et Insulae van-Diemen”. Dieses Werk war eine bahnbrechende Beschreibung der Flora Australiens, wo die Vallisneria nana ihren Ursprung hat.
Beschreibung
Vallisneria nana ist eine Pflanze, die man sofort an ihren anmutigen, bandförmigen Blättern erkennt. Diese Eigenschaften tragen zu seiner Popularität als Hintergrund oder Mittelzone Pflanze in Aquarien.
Die Blätter der Vallisneria nana sind ihr auffälligstes Merkmal. Sie sind lang und schmal und werden oft als “bandförmig” oder “dünn und gerade” beschrieben. Die Breite der Blätter beträgt in der Regel weniger als 1 Zentimeter und sie wachsen in Büscheln aus den Wurzeln. Die Blattspitzen sind abgerundet und die Blätter weisen deutliche, gekerbte Adern auf, in der Regel 5 bis 9 parallele Adern, die sich über die gesamte Blattlänge erstrecken.
Die Farbe der Blätter reicht von hellen bis zu dunklen Grüntönen, die oft als hellgrün oder dunkelgrün beschrieben werden. Es ist jedoch zu beachten, dass sich die Blätter bei schlechter Wasserqualität braun verfärben und mit Schleim bedeckt werden können.
Höhe und Wachstum in verschiedenen Umgebungen
Die Höhe der Vallisneria nana ist variabel und hängt stark von der Tiefe des Wassers ab, in dem sie wächst. In Aquarien erreicht diese Pflanze meist eine Höhe von 15 bis 30+ Zentimetern. Mit dieser Höhe eignet sie sich für die mittlere Zone oder als Hintergrundpflanze in kleineren Aquarien.
In ihrem natürlichen Lebensraum, z. B. in tieferen Gewässern Australiens, kann Vallisneria nana jedoch deutlich länger werden. Die Länge der Blätter passt sich an die Wassertiefe an und kann im Extremfall bis zu 3 Meter lang werden. Dies zeigt die bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit der Pflanze an unterschiedliche Wassertiefen, obwohl solche Längen in einem typischen Aquarium selten zu beobachten sind.
Blütezeit
Die Vallisneria nana ist eine zweihäusige Pflanze, was bedeutet, dass männliche und weibliche Blüten auf getrennten Pflanzen vorkommen. Die Blüten sind von einem Geschlecht und erscheinen in den Blattachseln.
- Männliche Blüten: Sie sind sehr klein, weniger als 1 Millimeter breit und befinden sich auf einer zentralen Achse, die von einem 1-2 Zentimeter langen Deckblatt umgeben ist. Wenn sich dieses Deckblatt öffnet, werden die männlichen Blüten freigesetzt und treiben an der Wasseroberfläche.
- Weibliche Blüten: Die weiblichen Blüten erscheinen einzeln und sind größer, etwa 1,5 bis 2,5 Zoll lang. Sie wachsen an einem langen Stiel, der bis zu 1 Meter lang werden kann, so dass die Blüte zur Bestäubung die Wasseroberfläche erreichen kann.

Biotope
Die Vallisneria nana ist eine faszinierende Wasserpflanze, die natürlicherweise in bestimmten Süßwassergebieten vorkommt. Ihr natürlicher Lebensraum gibt uns wertvolle Einblicke in die Bedingungen, die sie zum Gedeihen braucht.
Natürliche Verbreitung
Die Vallisneria nana ist ursprünglich eine in Australien heimische Pflanze. Die “echte” Vallisneria nana ist in einem sehr begrenzten Gebiet des tropischen Australiens endemisch, insbesondere in Richtung Queensland. Von diesem ursprünglichen Lebensraum aus hat sich die Pflanze über den Aquarienhandel weltweit verbreitet, wahrscheinlich aufgrund ihrer erwünschten Eigenschaften und Anpassungsfähigkeit.
Lebensumfeld und Gewässer
In ihrem natürlichen Lebensraum ist die Vallisneria nana im Süßwasser zu finden. Sie ist ein Hydrophyt, das heißt, sie ist eine Wasserpflanze, die vollständig untergetaucht lebt. Die Pflanze passt die Länge ihrer Blätter an die Wassertiefe an; man findet sie in Gewässern unterschiedlicher Tiefe, wo sie bis zu 3 Meter lang werden kann.
Boden und Substrat
Vallisneria nana gedeiht am besten, wenn sie in ein Substrat gepflanzt wird. Obwohl die Pflanze auch ohne Substrat durch Blattbüschel oder Ableger vermehrt werden kann, empfiehlt es sich, die Wurzeln in das Substrat zu stecken, ohne sie zu tief einzugraben, um Fäulnis zu vermeiden. Die Pflanze profitiert von eisenhaltigem Wasser.
Das Aquarium
Vallisneria nana ist eine relativ pflegeleichte Pflanze, die bei Anfängern und erfahrenen Aquascapern gleichermaßen beliebt ist. Dennoch gibt es bestimmte Parameter und Pflegetipps, die zu ihrem optimalen Wachstum und Wohlbefinden im Aquarium beitragen.
Wasserparameter
Für ein gesundes Wachstum der Vallisneria nana ist es wichtig, dass die Wasserparameter stabil bleiben. Die ideale Wassertemperatur liegt zwischen 22°C und 28°C (72°F – 82°F). Was den Säuregehalt (pH-Wert) betrifft, so gedeiht die Pflanze am besten in einem Bereich von 6,5 bis 7,5, obwohl auch ein etwas größerer Bereich von bis zu pH 8,0 akzeptabel ist. Die Wasserhärte (dGH) sollte zwischen 2 und 12 dGH liegen. Es ist wichtig, saures Wasser zu vermeiden, da dies das Pflanzenwachstum behindern kann.
Ernährung und Befruchtung
Vallisneria nana ist eine schnellwüchsige Pflanze, die in der Regel ohne große Probleme gut wächst.
Allerdings profitiert die Pflanze von einem nährstoffreichen Substrat und eisenreichem Wasser. Obwohl die Pflanze Nährstoffe wie Nitrate, Phosphor und Kalium aus dem Wasser aufnehmen kann, ist es sehr empfehlenswert, die Wurzeln mit zusätzlichen Nährstoffen zu versorgen. Dies kann durch Wurzeltabletten geschehen, die Eisen hinzufügen. Wenn sich Fische im Aquarium befinden, ist es noch wichtiger, die Pflanze mit Flüssigdünger oder Wurzeltabletten ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen. Beim Einpflanzen ist es wichtig, die Wurzeln nicht zu tief in das Substrat einzugraben, um Fäulnis zu vermeiden. Die Pflanze kann auch ohne Substrat über Blattbüschel oder Ableger vermehrt werden, was darauf hindeutet, dass sie auch Nährstoffe aus der Wassersäule beziehen kann.
Kohlenstoffdioxid (CO2)
Vallisneria nana kann ohne die Zugabe von zusätzlichem CO2 überleben und wachsen. Wie bei vielen Aquarienpflanzen kann jedoch eine stetige CO2-Versorgung das Wachstum fördern. Verfügbare Informationen besagen, dass ein Mangel an Nitrat oder ein Überschuss an CO2 das Wachstum der Pflanze negativ beeinflussen kann.
Auch die Kombination mit Carbo (Glutaraldehyd) und Vallisneria funktioniert nicht. Die Pflanze verschleißt schnell, wenn man Carbo verwendet!
Beleuchtung
Was die Beleuchtung angeht, ist die Vallisneria nana ziemlich flexibel. Sie kann sich sowohl an niedrige als auch an hohe Lichtverhältnisse anpassen. Für ein optimales Wachstum und eine optimale Photosynthese wird jedoch eine mittlere bis hohe Lichtintensität empfohlen. Die Pflanze kann zwar auch bei wenig Licht überleben, wächst dann aber deutlich langsamer. Eine Standardbeleuchtungsdauer von 8-10 Stunden ist für die meisten Aquarienpflanzen angemessen.
Nachdem wir die idealen Bedingungen für die Vallisneria nana in einem Aquarium besprochen haben, ist es nun an der Zeit, einen der lohnendsten Aspekte der Haltung dieser Pflanze zu betrachten: ihre Vermehrung. Die Vallisneria nana ist für ihre einfache Vermehrung bekannt, was sie zu einer ausgezeichneten Wahl sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Aquarianer macht, die ihre Bepflanzung erweitern wollen.
Ausbreitung

Vallisneria nana vermehrt sich größtenteils effizient und natürlich, was zu ihrer Beliebtheit in der Aquaristik beiträgt. Der Prozess ist relativ einfach und erfordert keine ausgefeilten Techniken.
Ausbreitung über Ausreißer (Stolons)
Die gebräuchlichste und erfolgreichste Methode zur Vermehrung von Vallisneria nana ist die Vermehrung durch Ausläufer, auch Stolonen genannt. Das sind unterirdische Triebe, die die Mutterpflanze aussendet. An den Enden dieser Ausläufer entwickeln sich neue, junge Pflanzen, auch “Tochterpflanzen” oder “Sämlinge” genannt.
Das Verfahren ist wie folgt:
- Ausläuferbildung: Die reife Vallisneria nana Pflanze wird, sobald sie gut etabliert ist und die Bedingungen günstig sind, dünne, hellbraune oder weiße Ausläufer durch das Substrat schicken.
- Entwicklung von neuen Pflänzchen: In regelmäßigen Abständen bilden sich an diesen Ablegern neue Blattrosetten, die ihre eigenen Wurzeln entwickeln. Das sind die neuen Pflänzchen.
- Trennen und Verpflanzen: Sobald die jungen Pflanzen genügend Wurzeln gebildet und einige Blätter entwickelt haben, können sie vorsichtig von der Mutterpflanze getrennt werden. Dazu schneidet man den Ausläufer (oder “Rhizom”) zwischen der Mutterpflanze und der neuen Pflanze ab
- Neupflanzung: Die abgetrennten Jungpflanzen können dann an einen neuen Standort im Aquarium gepflanzt werden. Es ist wichtig, die Wurzeln der neuen Pflänzchen in den Bodengrund zu setzen, sie aber nicht zu tief einzugraben, um Fäulnis zu vermeiden.
Diese Methode ist sehr effektiv und ermöglicht es der Pflanze, sich schnell auszubreiten und dichte “Vorhänge” aus Blättern zu bilden, die im Aquarium einen schönen Effekt ergeben. Die Pflanzen können auch ohne Substrat vermehrt werden, indem man einfach die Blattbüschel oder Ausläufer abtrennt.
Vermehrung über Saatgut
Obwohl Vallisneria nana Blüten produziert (männliche und weibliche Blüten auf separaten Pflanzen) und Samen bilden kann, ist die Vermehrung über Samen in der Aquaristik ungewöhnlich und gilt als herausfordernd und zeitaufwendig. Die männlichen Blüten sind sehr klein und schwimmen an der Wasseroberfläche, während die weiblichen Blüten an langen Stielen zur Bestäubung an die Oberfläche gelangen. In einer Aquarienumgebung ist eine erfolgreiche Samenproduktion und Keimung selten und wird selten als praktische Vermehrungsmethode verwendet.
Kurz gesagt, die zuverlässigste und empfehlenswerteste Methode zur Vermehrung von Vallisneria nana ist das Trennen und Umpflanzen der Tochterpflanzen, die sich aus den Ablegern bilden. Dies gewährleistet eine schnelle und gesunde Vermehrung der Vallisneria nana im Aquarium.
Besonderheiten
Vallisneria nana ist mehr als nur eine schöne Hintergrundpflanze; sie erfüllt mehrere Funktionen und hat einige einzigartige Eigenschaften, die sie auszeichnen.
Wasserqualität: Es spielt eine entscheidende Rolle bei der Erhaltung der Wasserqualität, indem es Wassernährstoffe wie Nitrate, Phosphor und Kalium absorbiert. Dies hilft, die Ansammlung von Schadstoffen zu verhindern und trägt zu einer klaren und gesunden Wasserumgebung bei.
Unterschlupf: Der dichte Wuchs der langen, bandförmigen Blätter bietet scheuen Fischarten und Jungfischen hervorragende Verstecke und Rückzugsmöglichkeiten, so dass sie sich im Aquarium sicherer fühlen.
Einschränkung der Ausbreitung: Eine der wenigen Herausforderungen bei der Pflege dieser Pflanze ist die Begrenzung ihrer schnellen Ausbreitung durch Ableger. R
Schwimmende Wurzeln: Da die Wurzeln nicht tief eingegraben werden müssen, neigen sie manchmal dazu, zu schwimmen. Abhilfe kann man schaffen, indem man kleine Felsen oder Steine auf die Wurzeln legt, um sie im Substrat zu halten.
Wachstumsgeschwindigkeit: Vallisneria nana ist eine schnell wachsende Pflanze, besonders wenn sie ein nährstoffreiches Substrat und eisenreiches Wasser erhält. Die Zeit, die sie braucht, um die maximale Höhe zu erreichen, variiert, liegt aber im Durchschnitt zwischen ein paar Wochen und ein paar Monaten, je nach Licht- und Wasserbedingungen und Nährstoffverfügbarkeit.
Potenzielle Probleme und Krankheiten
Wie jede Pflanze kann auch die Vallisneria nana mit bestimmten Problemen zu kämpfen haben
Eisenmangel (Chlorose): Eines der häufigsten Probleme ist Eisenmangel, der zu Chlorose oder Gelbfärbung der Blätter führt. Eine regelmäßige Überwachung des Nährstoffgehalts und die Gabe von Eisenpräparaten in Form von Karottentabletten können dies verhindern.
Schlechtes Wachstum: Ein Mangel an Nitrat oder paradoxerweise ein Überschuss an CO2 kann ebenfalls zu schlechtem Pflanzenwachstum führen.
Fäulnis und Schmelzen: Die Pflanze kann verfaulen oder “schmelzen”, wenn die Wasserbedingungen ungeeignet sind oder wenn die Pflanze nicht richtig an die neue Umgebung gewöhnt ist.
Essbarkeit
Eine überraschende Besonderheit ist, dass die Vallisneria nana auch essbar ist. Die jungen Blätter können gekocht und als Gemüse gegessen werden. Auch die Wurzeln und Knollen sind essbar. Dies ist ein Aspekt, der im Zusammenhang mit Aquarienpflanzen selten hervorgehoben wird, aber er zeigt die Vielseitigkeit dieser Art.
Nach einer gründlichen Erforschung der Vallisneria nana, von ihrer wissenschaftlichen Klassifizierung bis hin zu ihrer Pflege und Vermehrung, können wir ein klares Fazit über diese beliebte Aquarienpflanze ziehen.
Schlussbemerkung
Vallisneria nana ist sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Aquarianer eine ausgezeichnete Wahl, da sie relativ einfach zu pflegen ist. Sie gedeiht bei stabilen Wasserbedingungen mit einer Temperatur zwischen 22°C und 28°C, einem pH-Wert von 6,0 bis 7,5 und einer Wasserhärte von 2 bis 12 dGH. Die Pflanze profitiert von einem nährstoffreichen Substrat und eisenhaltigen Wurzeln, obwohl sie auch Nährstoffe aus der Wassersäule aufnehmen kann. Obwohl eine CO2-Zugabe nicht unbedingt erforderlich ist, fördert eine mäßige bis starke Beleuchtung die Entwicklung der Pflanze. Diese Pflanze trägt wesentlich zu einem gesunden Aquarium bei, indem sie das Wasser mit Sauerstoff anreichert, Nährstoffe aufnimmt und den Fischen Versteckmöglichkeiten bietet.
Ein bemerkenswertes Merkmal der Vallisneria nana ist ihre Fähigkeit, ihre Blätter an die Wassertiefe anzupassen, die in ihrem natürlichen Lebensraum bis zu einem Meter lang sein können, obwohl sie in Aquarien normalerweise kleiner bleiben. Ihre schnelle Vermehrung über Ableger erfordert einen regelmäßigen Rückschnitt, um ein Überwuchern zu verhindern und das gewünschte Aquascape zu erhalten. Außerdem handelt es sich um eine zweihäusige Pflanze mit einzigartiger Wasserbestäubung, bei der die männlichen Blüten schwimmen und die weiblichen Blüten zur Bestäubung an die Oberfläche kommen. Eine weniger bekannte Besonderheit ist, dass die jungen Blätter, Wurzeln und Knollen dieser Pflanze essbar sind. Alles in allem ist die Vallisneria nana eine robuste, funktionelle und ästhetisch ansprechende Ergänzung für fast jedes Süßwasseraquarium.
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Autor
Seit ich mit zwölf Jahren mein erstes gebrauchtes Aquarium gekauft habe, habe ich immer ein oder mehrere Aquarien gehabt. Ich habe sogar eine Garage zu einem Zuchtraum umgebaut, in dem ich 50 Aquarien mit insgesamt etwa 10.000 Litern Wasser hatte. Derzeit habe ich zwei Aquarien: ein 1.250-Liter-Tanganjika-Aquarium und ein 250-Liter-Gemeinschaftsaquarium mit Pflanzen. Seit 10 Jahren arbeite ich als Autor und Fotograf an dieser Website.
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