Anubias

Anubias

Die afrikanische Gattung Anubias gehört zur Familie der Araceae und ist weltweit in der Aquaristik und Paludarium-Hobby beliebt. Mit ihren robusten Blättern, ihrem langsamen Wachstum und ihrer bemerkenswerten Fähigkeit, unter verschiedenen Bedingungen zu überleben, bildet Anubias eine stabile Basis-Pflanze sowohl in Anfänger- als auch in Experten-Anlagen. Die Pflanzen zeichnen sich durch ihren dicken, kriechenden Wurzelstock (Rhizom) und die für die Araceae typische auffällige Blütenform aus: einen kompakten Blütenstand, der von einer Hülle (Spathe) umgeben ist.

Taxonomie und Arten

Die Gattung wurde erstmals 1857 von Heinrich Wilhelm Schott beschrieben und 1979 von Willem E. Crusio taxonomisch umfassend überarbeitet, der bis heute als Standardreferenz für Anubias gilt. Die Gattung umfasst etwa 9 anerkannte Arten und einige Unterarten, von denen verschiedene natürliche Variationen und Kultivare in den Handel gelangt sind. Die Arten sind:

  • Anubias afzelii
  • Anubias barteri (mit Varietäten wie var. nana, var. coffeefolia und var. glabra)
  • Anubias gigantea
  • Anubias gilletii
  • Anubias gracilis
  • Anubias hastifolia
  • Anubias heterophylla
  • Anubias pynaertii

Diese Arten sind in tropischen West- und Zentralafrika beheimatet, von Nigeria bis zum Kongo und Gabun, wo sie vor allem entlang von Flüssen, Bächen und Sümpfen vorkommen.

Ökologie und natürlicher Lebensraum

Anubias ist ein ausgeprägter Rheophyt: eine Pflanze, die sich darauf spezialisiert hat, auf Steinen, Holz oder Ufern in fließenden Gewässern zu wachsen. Das Rhizom haftet fest an hartem Material, während die Blätter Strömungen und periodischen Überschwemmungen standhalten. Viele Arten wachsen halb untergetaucht in schattigen Waldgebieten und können gut zwischen emersen und submersen Bedingungen wechseln. Dies erklärt ihre außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit in Aquarien.

In der Natur sind Anubias-Pflanzen oft wichtige Verstecke für Fische, Garnelen und andere Wasserorganismen. Sie bieten Schutz vor Raubtieren und dienen als Substrat für Biofilm und Algen, auf denen Mikrofauna lebt.

Haltung im Aquarium

Anubias ist eine der pflegeleichtesten Aquarienpflanzen. Wichtige Richtlinien:

  • Rhizom über dem Substrat: Der Wurzelstock darf niemals in den Boden eingegraben werden, da dies zu Fäulnis führt. Befestigen Sie die Pflanze mit Draht oder Klebstoff an Holz oder Stein.
  • Lichtbedarf: Geringe bis mäßige Lichtintensität ist ausreichend. Unter hellem Licht wächst die Pflanze schneller, aber auch die Gefahr von Algenwachstum auf den Blättern steigt.
  • Nährstoffe und CO₂: Obwohl Anubias wenig anspruchsvoll ist, profitiert die Pflanze von einer ausgewogenen Nährstoffzufuhr und optional von CO₂. Die Aufnahme erfolgt hauptsächlich über die Blattoberfläche.
  • Wachstum und Vermehrung: Die Pflanze wächst langsam. Die Vermehrung erfolgt durch das Durchschneiden des Rhizoms, wobei jeder Teil mindestens einige Blätter tragen muss.
  • Verträglichkeit: Aufgrund ihrer robusten Blätter eignen sich Anubias-Arten hervorragend für Aquarien mit pflanzenfressenden Fischen (wie Cichliden), die weichere Pflanzen oft beschädigen.

Verwendung in Aquascaping und Teichen

Dank ihres robusten Aussehens und ihrer dunkelgrünen Blätter sind Anubias-Pflanzen als Kontrastpflanzen in Aquascapes beliebt. Sie werden oft verwendet, um Holz und Steine in Layouts zu akzentuieren, und sorgen für ein natürliches Aussehen in Biotop-Aquarien, die afrikanische Flüsse nachahmen. Einige Arten, wie A. gigantea und A. hastifolia, eignen sich auch als Ufer- und Paludariumpflanzen in Teich- und Terrarienanlagen.

Blüte in Kultur

Unter Aquarienbedingungen blüht Anubias manchmal spontan. Die Blüten erscheinen auf einem kurzen Stiel über dem Rhizom. Obwohl die Blüte im Vergleich zu den zierlichen Blättern keinen ästhetischen Mehrwert hat, ist sie ein interessantes biologisches Merkmal, das die enge Verwandtschaft mit anderen Aronstabgewächsen unterstreicht.

Erhaltung und Handel

Die Gattung ist im Handel weit verbreitet und stammt größtenteils aus kommerziellen Zuchtbetrieben, die Anubias durch Rhizomteilung oder Mikrovermehrung vermehren. Diese Zuchtmethoden sind nachhaltig und verringern den Druck auf wildlebende Populationen. Dennoch kommt es in einigen Regionen immer noch vor, dass sie aus der Wildnis entnommen werden, insbesondere seltenere Arten und Sorten. Eine nachhaltige Zucht ist daher vorzuziehen.

Fazit

Anubias verbindet wissenschaftlichen Wert mit großer Beliebtheit bei Aquarien- und Paludariumhaltern. Die Gattung ist ein Paradebeispiel dafür, wie ökologische Anpassungen – rheophytisches Leben, Toleranz gegenüber emersen und submersen Bedingungen – zu einer robusten und vielseitigen Pflanze geführt haben, die sich perfekt für den Einsatz im Hobby eignet.

Anubias barteri
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